Blaue und rote Pillen

Chris Messina sieht in »The death of the URL« den Tod der URL-Leiste als Werkzeug der Freiheit der Wahl im Web am Horizont erscheinen:

»[…] I see signs that the essential freedoms of the web are being undermined by a cadre of companies through the introduction of new technologies and interfaces that, combined, may spell the death of the URL

Zur Unterstützung dieser These führt Messina dann eine Web-TV-Oberfläche, das iPhone, Facebook und eine Login-Form mit Buttons an. Und die »Top Sites« des Safari. Also alles, wo man mit der Begründung, das Eintippen von URLs sei einfach zu kompliziert und fehleranfällig, bunte Knöpfchen klickt statt die Adresse selbst zu tippen.

Das erinnert mich an die »Browserkriege« des letzten Jahrhunderts, wo sich Kartellbehörden mit den im Browser serienmäßig mitgelieferten Startseite und den vorgefüllten Bookmarks-/Favoriten-Ordnern beschäftigten, weil der dumme User etwas zum Anklicken und »Starten« haben soll und dadurch schon in eine gewisse Richtung gesteuert werden soll.

Messina zum Schluss: »Whether this threat is real or imagined, it’s one that I believe bears inspection.« Ich würde eher zu »imagined« tendieren. Das Problem ist weniger, dass irgendwer einen Zwang ausübt, sich nur noch in den »geordneten Welten« des sauberen Geld-Verdien-Web zu bewegen, sondern die Tendenz breiter Massen, statt »Online zu sein« lieber »in Facebook zu gehen«.

Tags: url freiheit web2.0


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