Gemeinsam schreiben mit EtherPad

Screenshot: etherpad.com

EtherPad ist eine Webanwendung für das kollaborative Bearbeiten eines Textdokuments, ganz so wie in SubEthaEdit oder Gobby, nur halt als Webanwendung.

Vor ein paar Jahren, als SubEthaEdit noch frei erhältlich war, war es mal in Mode, bei webbigen Veranstaltungen gemeinsam Mitschriften von interessanten Vorträgen zu erstellen, was ganz gut geklappt hat und ergiebiger war als der meist komplett in die Hose gehende Versuch des Live-Twitterns. EtherPad wäre das richtige Werkzeug, um diese Mode wieder auferstehen zu lassen.

So wie ich das verstehe, ist der Dienst frei und soll auch frei bleiben, mit der Option eines bezahlten Zugangs zu optionalen Dingen wie eine SSL-Variante. EtherPad gefällt, mal eine wirkliche »social Software«, Daumen hoch! ;)

Tags: etherpad socialsoftware editor


We dont do Facebook

Ich mache ja normalerweise jeden Mist im Web mit. Facebook ist aber ein Laden, der mir von Anfang an suspekt war. Für mich ist Facebook sogar das einzige SN, dem man rundweg nicht trauen kann. Schon die Anmeldeprozedur mit den AGB, die einen mit Tonlage und Inbrunst eines Offiziers der DDR-Grenztruppen klar machen, dass es »verboten« ist, falsche Daten anzugeben, ließen mich selbstverständlich sofort einen Fake-Account mit falschen Daten anlegen, damit man das kommerzielle Datengefängnis mal in Ruhe anschauen konnte. ;)

Nun hat Facebook verraten, wie sie Geld verdienen zu gedenken. Sie verkaufen einfach alle ihre Mitglieder an die Werbeindustrie. Wer als Hersteller von Gadgets schon immer wissen wollte, ob diese bei skandinavischen Schwulen in festen Beziehungen gut ankommen, kann sich nun die entsprechende Kohorte bei Facebook kaufen, die in ihrer Auswertung und Datenangeboten grundsätzlich keinen Bereich ausnehmen.

Nun werden natürlich wieder einige so genannte »Social-Media-Experten« kommen und schreiben, dass das doch total toll wäre und Werbung doch eigentlich Information sei (Frieden ist schließlich auch Krieg, steht auch im Wörterbuch des Neusprech).
Das liegt aber daran, dass ihr desperates Treiben auf Anteile am großen Kuchen der Werbe-und PR-Maschinerie ausgerichtet ist. Wenn ich mich nicht sehr täusche, wäre Facebooks Treiben, also die kommerzielle Verwertung von Angaben zur sexuellen Orientierung, z.B. in Deutschland komplett illegal.

Fazit: We don’t do Facebook. And you shouldn’t, too.

[Update] Facebook wiegelt ab, laut einer Stellungnahme von Facebook dazu gegenüber dem Facebook-Fanblog allfacebook.com sei das eine Fehlinterpretation des ursprünglichen Artikels einer englischen Zeitung gewesen (via netzwertig).

Tags: facebook socialnetworks


Web 2.0 Write

Web 2.0 Write (Via)

Tags: web2.0


»Send me a nude pic for my birthday«, oder: Location-aware Lifestyle

Ein schöner Text für das Wochenende in Wired: »I Am Here: One Man’s Experiment With the Location-Aware Lifestyle« (via zahllose Orte in den letzten Tagen, aber erst heute gelesen ;)).

Der Autor, Mathew Honan, ließ sich in einem Selbstexperiment auf die schöne neue Welt der »location-aware« Anwendungen ein. Dienste wie der Klassiker Plazes, Konkurrent Brightkite oder iPhone-Anwendungen wie WhosHere werten die geografische Position des Benutzers aus und stellen damit allerlei »social connected« Schabernack an.

Diese Dienste gibt es schon länger, ihre Zukunft hat aber in diesen Zeiten, wo handliche Gadgets wie das iPhone mit GPS-Fähigkeiten und permanenter Internet-Verbindung populär werden, erst richtig begonnen. Weil das Neuland ist, gibt es im Grunde keine Konventionen für den Umgang mit dieser öffentlichen Transparenz, und gerade die Gedanken über diese sozialen Aspekte lassen den Text meilenweit über die üblichen technik-selbstzweckverliebten Elogen leuchten. Wie ein legendärer deutscher Blogger stets zu schreiben pflegt: Lesebefehl!

Tags: location socialsoftware


Webdienste sind keine öffentlichen Güter

Schreibt der Entwickler von tumblr.com, Marco, in seinem Tumblr als Reaktion auf das große Geheule über Twitters Ankündigung API-Zugriffe zu beschränken, Zitat:

»These dangers apply to reliance on any service. Even Facebook. Even Google. Even if they call their services “application platforms” and you call your business “new media” or a “mashup”. Building a business exclusively on top of another service is irresponsible and naïve.
Dependence on public infrastructure is unavoidable: your service requires power and internet connectivity. But other web services are not public infrastructure, and no matter how many “new media” people say so in discussion panels, they never will be.«

Mein Reden schon lange, ich habe mich darüber im Zusammenhang mit Facebook an anderer Stelle bereits einmal ausgelassen. Das Risiko liegt auf der Hand, die Chance natürlich auch. Aber wenn es dann passiert, ist das große Rumheulen anschließend ist sehr peinlich zu lesen.

Tags: twitter socialtoo mashup


Wochenendkino: »Web 2.0 turn us all into Yogi«

Gregory Lent meint: Das Internet verwandelt uns in ein globales Etwas, wie das die Yogi schon seit Jahrhunderten lehren würden.

YouTube

Tags: web2.0


Jaiku - Der Nächste bitte!

Nach Pownce wird nun mit Jaiku der nächste »Twitter-Konkurrent« dicht machen, schreibt das »Google Code Blog« (via Webware):

»As we mentioned last April, we are in the process of porting Jaiku over to Google App Engine. After the migration is complete, we will release the new open source Jaiku Engine project on Google Code under the Apache License. While Google will no longer actively develop the Jaiku codebase, the service itself will live on thanks to a dedicated and passionate volunteer team of Googlers.«

Jaiku wird nach der Veröffentlichung eine interessante Basis für eigene Experimente mit Microblogging werden. Die Software wurde in dem Python-Framework »Twisted« entwickelt und wird damit auf jeden Fall auf einer solideren Code-Basis stehen als bspw. laconica.

Jaiku erlebte eine kurze Blüte während der reboot9, bei der es keine »Twitter-Wall«, sondern nur eine »Jaiku-Wand« gab und sich deshalb »Everybody and his Dog« dort anmeldete. Es ist im Grunde eine Mischung aus Twitter und Friendfeed, neben dem twitteresken »Wat machste gerade« wurden also auch aus Feeds eingesaugte Äußerungen auf anderen Sites des persönlichen 2.0-Geflechts »ge-jaiku-t«. Das Problem mit Jaiku war aber im Grunde ähnlich gelagert wie bei Pownce, schon im März 2007 schrieb Webware:

»The problem with Jaiku? Only that everyone is on Twitter instead.«

[Nachtrag 18.01.] Siehe dazu auch den Blogeintrag von Jaiku-Entwickler Jyri Engeström.

Tags: microblogging jaiku lifestreaming


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