Aus der Twitterpraxis: Zwangsöffentlich gemachte Replys filtern

»Zwangs-öffentliche« Replys an jemanden, den andere nicht »followen«, für alle mit ».@« zu erzwingen, ist das digitale Gegenstück zum lautstarken Telefongespräch im vollbesetzten Großraumwagen: Nervig und impertinent. Wen interessiert halbe Kommunikation, wenn man die Gegenstelle (a) nicht hört oder gar (b) nicht hören will als bewussten Akt persönlichen Nicht-Erfassens?

Abhilfe:

Für Twitterrific im Terminal eintippen:

defaults write com.iconfactory.Twitterrific tweetTextFilter -string “.@”

Für den neuen Lieblingslieblings Tweetie besorgt man sich zunächst jenen brandheißen inoffiziellen gefährlichen Insiderbuild und tippt dann ins Terminal:

defaults write com.atebits.tweetie-mac filterTerms -array-add “.@”

Nach dem Tweetie-Neustart verschwindet die Zwangsbeglückung, es ist Ruhe im Großraumwagen.

Tags: twitter mac


Gleichschaltung 2.0, oder: Chrome OS

Screenshot

[Bild: Rivva-Screenshot mit Reaktionen, etwa auf 1/30 verkürzt]

Google verkündet Vaporware, die in mehr als einem Jahr(!) vielleicht verfügbar ist, und fast die gesamte so genannte neue, ach so freie, von den Fesseln der unflexiblen überkommenen alten Medien befreite »Web-Zwo-Szene« funktioniert allerbestens in Googles Sinne als gigantische dezentrale PR-Maschine. Wie immer gefallen sich »die Experten« in der Rolle des Lehnstuhl-Strategens – »Was wird Google wohl wollen, bla bla, yadda yadda, und oh, diese Implikationen auf den Desktop-Markt, blah« – und zerbrechen sich überflüssigerweise öffentlich anderer Leute Kopf.

Dabei gilt doch:

»[…] issuing a press release a year before launch was never a good omen for any product.«

Und einer, ein einziger Beitrag, stellt die Frage, die in Sachen »Google OS« offensichtlich ist und auf der Hand liegt:

»What will Google’s Chrome OS watch you do?«

[Update] Und bei den Geiern von TheReg macht sich Ted Dziuba über die bloggenden Super-Tech-Experten mit ihren messerscharfen Analysen lustig:

»The pundits are losing their shit all over again, which is fairly impressive, because multiple Googasms from a single product are very rare. Last year, I highlighted the glorious incompetence of writers who fancy themselves tech journalists. Much in the way that everybody who saw Sideways is now an expert on wine, the tragedy of blogging is that anybody with a laptop and a Gmail account is an expert on technology.«

Tags: google chromeos


Weil wir so zwonullig sind...

…gibt es dieses kleine ebenso formidable wie mitunter sparsam aktualisierte (hey, das ist kein »Profiblogger-Blog«, ich muss nicht vier Blogposts zu 19,98 pro Arbeitswoche abliefern, sondern ich schreibe wenn ich meine es ist etwas zu schreiben ;)) Blog zur Verbreitung der zwonulligen Wahrheit nun auch in Twitter:

twitter.com/zweisprech

Gedacht so als RSS-Ersatz oder -Ergänzung. Ich möchte etwas mit »von-Blog-ins-Twitta-Technologien« spielen, mal schauen was da sinnvoll (oder auch nicht) ist.

Tags: zweisprech twitter


Amtlich: Opera Unite ist böse

Ich zitiere mich ausnahmsweise mal selbst, gestern schrieb ich:

» Sofern man noch keinen »bösen« (ist er bestimmt, wartet nur ein paar Tage, die üblichen Verdächtigen werden etwas Böses finden ;)) Opera-Account hat […]«

Und, was sage ich, auf die vom steten Fluss der Worte einem Mühlstein gleich ewig rotierende Dauerproblematisiermaschine Blogosphäre ist Verlass, selbstverständlich ist das alles »alter Käse«, böse, nur halbherzig implementiert, zu unfrei und sowieso überhaupt nix Neues. ;) Lest einfach:

Factory Joe: »Thoughts on Opera Unite«

Tags: opera operaunite blogosphere


Operas nächstes großes Ding: Opera Unite. Ein Webserver im Browser.

Opera hat sich seit ein paar Tagen mit einer Aura des Geheimnisvollen umgeben, kündigte sogar an, heute das Web revolutionieren zu wollen. Und heraus kam – (übrigens tatsächlich von einem Blogger korrekt vorhergesagt) – Opera Unite:

»So what is Opera Unite? In a nutshell, Opera Unite is a collaborative technology that uses a compact server inside the Opera desktop browser to share data and services. You can write applications — in the form of Opera Unite Services — that use this server to serve content to other Web users.«

Also ein weiterer Weg zu Chatten, »Sharen« und all dem üblichen Zwo-Null-Zeugs. ;)

Man installiert sich die neue Beta 10 des Opera, wie in der englischsprachigen Einführung beschrieben und auch etwa in der Mitte des Texts verlinkt, richtet sich bei Opera einen Account ein (ich denke, der wird so eine Art »DynDNS-Funktionalität« bereit stellen, damit der Unite-Server vom Dial-Up-Zugang auch erreichbar ist), und kann dann anfangen das übliche Zeug zu »sharen«.

Dazu besuche man unite.opera.com und installiere sich eine der unten auf der Seite aufgelisteten Komponenten:

Die »Lounge« z.B., denn wir wollen schließlich immer und über alle Kanäle kommunizieren, gemäß dem Peter-Fox-Motto »jeder hat nen Hund aber keinen zum Reden«.

An der Seite im Opera gibt es einen eigenen Button, der einen »Tab« öffnet, wo man den Unite-Server starten kann. Sofern man noch keinen »bösen« (ist er bestimmt, wartet nur ein paar Tage, die üblichen Verdächtigen werden etwas Böses finden ;)) Opera-Account hat, muss man selbigen nun erstellen:

Wenn man das hinter sich gebracht hat, startet der Server und man ist unter seiner schönen neuen Unite-Adresse im Web zu finden, so wie der Schreiber dieses selten aber dann formidabel mehrwertig operierenden Blogs: unitedwestand.zweisprech.operaunite.com

Und nun?

Mal schauen, was man damit anstellen kann und wie die bloggende und twitternde Rezeptions- und Verwertungsmaschine den Dienst annimmt.

Einige Links (wird noch ergänzt, ist ja noch alles taufrisch):

Tags: opera operaunite dev


Wolfram Alpha

Ordentlichen Aufruhr auch in den überkommenen Medien des 20. Jahrhunderts verursachte der Start der …, ja, der was eigentlich, Such-, Frage- , Antwortmaschine Wolfram|Alpha.

Wolfram ist eine Art Web-Frontend zu den Auswertungsalgorithmen von Wolframs sündhaft teurer Software Mathematica. Das größte Missverständnis, was man Wolfram entgegenbringen kann, ist, es für einen »Google-Killer« zu halten und mit einer Web-Suchmaschine zu verwechseln.

Während Google auf einen Begriff eine Liste mit Web-Fundstellen liefert, die vielleicht weiter helfen können, versucht Wolfram, in den Worten der Anfrage einen Sinn zu entdecken, wühlt in seinen Datenbeständen herum und versucht, eine passende Antwort zu liefern. Das funktioniert mal besser und mal schlechter.

Für eine selbsternannte »Alpha« gelingt das aber recht gut. Was es über Koffein zu sagen gibt oder über die Temperatur der Sonne kann Wolfram dem Fragenden vor dem Schirm verraten. Wolfram ist dabei aber durchaus wählerisch in der Wortwahl. Während es in Google ausreicht, ein paar Worte, die irgendetwas mit dem Thema zu tun haben, in das Wortfeld zu rotzen und dann die Ergebnisse durch zu klicken, muss man bei Wolfram die Worte mit Bedacht wählen.

Ein Beispiel: Mich würde mal die Hitze auf der Sonne interessieren. Also frage ich die schlaue Maschine nach »heat sun« und bekomme, warum auch immer, die Wettervorhersage für Essen am kommenden Sonntag zurück:

Frage ich korrekter nach »temperature sun«, so bekomme ich die Oberflächentemperatur der Sonne nebst einigen weiteren passendem Informationen angezeigt:

Wer Wolfram fragt, muss sich also zunächst einmal klar werden, wonach er eigentlich sucht und sich Mühe geben, das vernünftig zu formulieren.

Aber auch Alltagsdinge wie das Wetter in Karlsruhe liefert Wolfram sehr hübsche und informative Dinge.

Fazit: Wolfram sieht sehr vielversprechend aus für eine ein paar Tage alte Alpha. Etwas seltsam finde ich das Ausliefern aller Ergebnisse als Bilder, hier sollte auf die Dauer nach neuen, etwas mediengerechteren Wegen gesucht werden.

Ein paar Links zum Thema:

Tags: wolfram suchmaschinen


David Gelernter

»A lifestream is a sequence of all kinds of documents — all the electronic documents, digital photos, applications, Web bookmarks, rolodex cards, email messages and every other digital information chunk in your life — arranged from oldest to youngest, constantly growing as new documents arrive, easy to browse and search, with a past, present and future, appearing on your screen as a receding parade of index cards. Documents have no names and there are no directories; you retrieve elements by content: ›Fifth Avenue‹ yields a sub-stream of every document that mentions Fifth Avenue.«

Schrieb David Gelernter im Jahre 2000 in seinem Essay »The Second Coming«. 2009 gilt es ein sehr kluges Gespräch von John Markoff and Clay Shirky mit David Gelernter zu studieren.

Noch ein interessantes Zitat daraus. Ein »stetiger Fluss« von Daten passt zu uns Menschen besser als »der Desktop«, meint Gelernter:

»It seemed to me that, obviously there are two ways you can organize things; in space or in time. I can take the spatial route that the desktop, which was a brilliant PARC invention in 1974, and I can say, ›Well, certain things will be here and certain things will be there.‹ But usually space is not as good a cue as time. We all know when we were born more or less and what our childhoods were like and what we were doing when we were in college. We move around all the time — I move desks and I move offices and I move buildings and stuff like that — but history, time, the life that I live, my experiences are automatically arranged chronologically. So it seemed to me that data objects should be arranged that way.«

via netzwertig.com

Tags: lifestreaming cloud


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