Google jetzt offiziell böse

Da Google nun offiziell böse ist beginnt allenthalben das Suchen nach Alternativen. Plötzlich und unerwartet dämmert es allen Fans der so kühlen Produkte, dass das Deponieren des E-Mail-Verkehrs, der RSS-Lesegewohnheiten, des Social-Rumgemache in Plus sowie das Erledigen der Arbeit in Google Docs unter dem Dach einer Suchmaschine, die ihr Geld mit Online-Werbung verdient, vielleicht nicht die Schlaueste aller Ideen war.

Was die Suchalternative angeht: Ich nutze bei Google fast nur die Suchmaschine, auf die absurde Idee meine private und/oder geschäftliche Post von Google durchfiltern zu lassen bin ich nie gekommen. Somit bin ich natürlich auch nicht eingeloggt, wenn ich in Google was suche, was die Echokammer irgendwelcher Plus-Kontakte aus den Ergebnissen fern halten sollte. Außerdem ist das regelmäßige Löschen der Google-Cookies immer eine gute Idee. Umgekehrt wird eine Lösung draus: Als Suchmaschine ist Google nicht verzichtbar, die ganzen anderen Dienste sind dies aber durchaus.

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Verkaufe Deine Erinnerungen mit Facebook

Betabeat hat »geleakte« Informationen wie Facebook das neue Timeline-Feature an Werbetreibende verkaufen möchte. Und man kann endlich ungefragt zum Star einer »Sponsored Story« werden, wenn man irgendeinen Markenkram mal »geliked« hat. Stowe Boyd: »Everyone should simply stop using Facebook.«

Das brauche ich aber nicht, denn das einst vor fast 3 Jahren postulierte gilt noch stets:
We still don’t do Facebook.

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Werkzeugkasten 2012: Historious, die Bookmark-Tonne

Typische Lebens-Situation eines im Web browsenden Informationssuchenden: »Ich hatte da doch letztens so einen Blog-Artikel gelesen, wo die Dressur von Küchenschaben beschrieben wurde!« Hat man diese Seite in den Bookmarks des Browsers abgelegt und erinnert sich an den Titel, ist alles gut. Aber wehe man sitzt an einem anderen Rechner oder hat den Titel vergessen – keine Chance.

Dieses Problem geht Historious an. Ähnlich dem guten alten Delicious legt es via Browser-Extension oder Bookmarklet eine Seite als Bookmark ab. Historious geht aber noch einen Schritt weiter und erzeugt eine Volltext-Kopie der Seite in seiner Datenbank, so dass Stichwortsuchen mit Bezug dem Inhalt der Seite gefunden werden können – es ist eine persönliche Volltext-Suchmaschine in den darin abgelegten Bookmarks.

Das funktioniert ganz ausgezeichnet, bis auf eine Handvoll Seiten die ich immer schnell aufrufen möchte habe ich meine Browser-Bookmarks abgeschafft und benutze Historious als »große Tonne« zur Ablage von Seiten die ich noch einmal wiederfinden möchte. Geräte- und Browser-Übergreifend ist so die persönliche Suchmaschine stets verfügbar.

Historious bietet einen kostenlosen Account für bis zu 300 Bookmarks an, ein unlimitierter Bezahlaccount ist für 19,95$ im Jahr zu haben. Ich benutze das nunmehr seit fast zwei Jahren und es war bis auf einen Tag immer verfügbar.

Und das Beste: Es behelligt den Nutzenden mit keinerlei überflüssigem »social« Gedöns, keine Freunde, »Storytelling« oder sonst was Unnötiges – einfach eine große zuverlässige Bookmark-Tonne mit cleveren Wiederfinde-Funktionen.

[Reihe »Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012«]

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Twitter fliegt: #flytwitter

Eine neue Twitter-Version kündigt sich an: [»Gehe auf Entdeckungsreise«](http://fly.twitter.com/). Die »kindgerechte« Sprache mit Ausdrücken wie »Verbinde«, »Entdecke« und »Geschichten« lässt nichts Gutes erahnen. Nutzer der Smartphone-App kommen schon jetzt in den Genuss von neuer Optik und Terminologie, ein erster Test damit bestätigte die durch zu viel »Erklärbär« bedingte Umständlichkeit.

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Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012, oder: Alles ist nur vorübergehend

Wovon man sich verabschieden kann: Seinen Daten. Nein, nicht unbedingt, es ist nur so: Kein Webdienst ist für die Ewigkeit. Er wird entdeckt, für nützlich befunden und genutzt. Eines Tages wird er verkauft und dann bleibt nur noch das Weiterziehen. So wie bei Delicious. Damals, 2004, als del.iciou.us das kühle Ding gewesen: Social Bookmarks, minimalistische Oberfläche – tolles Ding. Nun aber zweimal verkauft, beim zweiten Mal war bei mir Feierabend, denn wer mir wie die neuen Herren damals ein riesiges AGB-Dokument unformatiert an den Kopf wirft zeigt deutlich, dass er keine Nutzer will. Und das war eine gute Wahl, man schaue sich Delicious heute an: Minimalismus war gestern, endlos ladendes Gedöns, Kraft-Benutzer-Features wie RSS auf Tags ist gestrichen. Danke, braucht man nicht.

Und das geht ja immer schneller: Trunk.ly, gestern noch eine hübsche Alternative, heute auch von AVOS geschluckt und in zwei Monaten ist »Feierabend«.

Aber es gibt immer Alternativen und Empfehlungen über Werkzeuge die man gerade benutzen kann. Und damit dieses arme kleine Bloglein nicht zu einem weiterer Haufen digitalen Mülls auf der kompostierenden Halde der verrottenden Informationseinheiten wird, soll es in den nächsten Tagen eine kleine Serie geben unter dem Motto Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012, wo aktuell empfehlenswerte Dienste und Werkzeuge die sich in der Praxis des Autors dieser Zeilen bewährt haben vorgestellt werden. Wie die Amis sagen: Verbleibe eingeschaltet! ;)

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Google+

Google hat was neues, die »Techblogs« überbieten sich im Ausschmücken von »nichts genaues weiß man noch nicht, schaun mer mal«, oder wie ich heute morgen an anderer Stelle schrieb:

Alles was man drüber weiß steht in einem Artikel bei Wired. Das ist der einzige den man lesen muss, und danach noch zur Erdung einen anderen. Die nach einem bestimmten Muster (s.o.) aufgebauten Ergüsse der Zwei-Null-Problogger dazu, die alles immer spannend finden: Schenkt sie Euch.

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140 Zeichen sind genug

Die berühmten 140 Zeichen in unser aller Lieblings-Tool Twitter reichen einigen nicht mehr. Darum erklärt uns ReadWriteWeb »Why Twitter Must Expand Beyond 140 Characters«.

Viele werden die nervigen abgekürzten Tweets kennen, wo sich jemand in seinem Mitteilungsdrang nicht beherrschen konnte und man auf einen Link zu deck.ly klicken muss, um die komplette Nachricht zu lesen. Was man natürlich nicht macht, wenn man ein wenig Selbstachtung hat.

Dieses »Feature« wurde vom Social-Media-Wichtigleute-Tool TweetDeck eingeführt. Ich bin natürlich komplett dagegen, das führt dazu dass einige Vielredner ihre Follower mit ungezähmten Ergüssen langweilen werden. Die 140 Zeichen, die erzwungene Kürze, das macht Twitter aus.

Es gibt übrigens bereits ein im Internet syndiziertes Werkzeug für Texte die länger als 140 Zeichen sind: Das nennt man »Weblog« oder »Blog«. Kann das mal jemand den hyperaktiven Leuten in der Social-Media-Blase erklären?

Tags: twitter blase20


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